Montag, 31. Dezember 2012

Bilder im Kopf

"In einem schwarzen Fotoalbum mit einem silbernen Knopf, bewahre ich alle diese Bilder im Kopf / Ich weiß noch damals als ich jung und wild war im Block, ich bewahre mir diese Bilder im Kopf."

Endlich ist eine Anspielung auf zeitgenössische Musik in diesem Blog angebracht! Quasi zum Abschluss des letzten Jahres wollte ich nämlich noch zumindest ein Foto in den (das?) Blog stellen, das mein Bild von Lohr prägt. Ich hatte schon überlegt, es unter der Überschrift "smoke on the water" online zu stellen, aber das habe ich dann doch gelassen. Hier also der Grund, warum ich Lohr gerne als Nebelloch bezeichne:

So sieht Lohr im Herbst aus... und auch im Winter. Man hat hier freien Blick auf unser Werk, das Rathaus, die Kirche, den Main... wenn da nicht dieser Nebel wäre. Wäre Lohr spannend, so würde aus der Suppe jetzt wenigstens ein riesiges Monster auftauchen, dass meinen X-Fighther verschluckt... ist es aber nicht. Die einzige Gefahr ist, dass man jeden Morgen nichts sieht, man schon viel früher kratzen muss und man vor Langeweile eingeht. 
Das Foto habe ich übrigens aus unserer Zentrale gemacht, die (wie man sieht) mitten auf einem bewaldeten Hügel steht. Falls es wen interessiert: Ich wohne auf der Rückseite von dem Hügel, der von links den Nebel zerteilt. Sendelbach, a.k.a. das Beverly Hills von Lohr. Es ist zwar weder so sonnig, noch so schön, noch so exklusiv noch so... es ist eigentlich überhaupt nicht wie Beverly Hills, aber es liegt auf einem Hügel. Mehr braucht es für den Vergleich scheinbar nicht. Wobei wirklich alles in der Gegend auf einem Hügel liegt. Ich wollte aber mit dem Markler nun auch nicht diskutieren. Aber damit wäre ich immerhin in der Society von Lohr angekommen, was ich in Wiesbaden noch nicht geschafft habe. Ein vorzügliches... äh verzichtbares Gefühl.  
Man merkt vielleicht, dass ich mich, obwohl ich nun quasi ein halbes Jahr dort lebe, noch immer nicht richtig mit Lohr angefreundet habe. Ich habe eine Vorahnung, dass es auch im nächsten Jahr so bleibt. 

Damit sind wir ja schon im Rückblick-Modus. Was bleibt also von 2012? Jobwechsel: War in Ordnung. Halber Umzug: Musste halt sein. Surfen: Es war ein Versuch wert. Mexiko: Immer eine Reise wert. Geburtstag: Nächstes Jahr werde ich wohl nicht noch mal drum herum kommen. 
In Summe also ein eher unspektakuläres Jahr. Ich denke ein Weltuntergang vor meinem 29ten hätte das herausreißen können, aber daraus ist ja bekanntlich auch nichts geworden. In meinem atztekischen Wandkalender war der aber auch gar nicht vermerkt... 

Vielleicht noch eine Anekdote zum Abschluss. Ich wurde nach dem ersten Gespräch vom Niveau und der Schublade her von einer Frau bei "unterste Schublade Schuhschrank bei den Sportschuhen" eingeordnet. Best first impression ever! Sie hatte bewusst das ganze Kellergeschoss ausgeschlossen. Ich sehe hier eine klare Tendenz nach oben und werde weiter daran arbeiten, es nach oben zu schaffen. Ich habe gelernt, dass das unterste Niveau im Kleiderschrank die Jeans (weil Standardteile) sind. Das klingt für mich nach einem fairen Ziel für einen ersten Eindruck: Standard. Nur bitte nicht zu den Modejeans... 

Ich sehe hier eine gewisse Reife aufkommen, die ich bis zum 30sten Geburtstag noch unbedingt unterdrücken muss. 2013 muss also legen... wait for it... dary werden. Wobei Barney auch mit über 30 noch relativ gut drauf ist. Wie auch immer: Falls wieder jemand vorhat, einen Urlaub in Spanien mit billigem Sangria in noch billigeren Hostels mit durchgelegenen Betten zu machen: I'm in! Wobei... Malle ist ja eh schon gebucht. Weitere Ideen? 
Wenn nicht würde ich gerne noch die Arbeit so weit bekommen, dass ich ein Licht am Ende des Tunnels sehe und dann einen Segelschein machen, damit ich übernächstes Jahr wieder beim Segelrennen mit meinem Vater machen kann. Rum ahoi! Das sind aber eher Dinge, die ich vor dem 40sten erledigen muss. 

Ich habe die Liste mit guten Vorsätzen für nächstes Jahr daher bewusst kurz gehalten und bin auch keine Risiken eingegangen, dass ich etwas nicht erfüllen kann.

Things to do before I turn 30:
Neue Ski kaufen.
Etwas mehr in diesen Blog schreiben.
Thomas zwingen, den Blog zumindest einmal anzuschauen. 
Minimum ein Eintracht-Spiel besuchen.
Einmal eine gute Geburtstagsfeier selbst organisieren (it's on... it's so on!). 
De libbe Godd ei gude Mensch sei lasse und dess Lebbe geniese.

In diesem Sinne: Guten Rutsch!

Samstag, 17. November 2012

Ich brauche keinen Privatjet denn ich bin auch ohne abgehoben


Ok, wer mir sagt aus welchem Lied diese Zeile stammt, bekommt einen Preis. Ausgenommen sind ehemalige Praktikanten, deren Bacherloarbeit ich betreut habe! Die Überschrift passt aber auch, weil ich wieder gemerkt habe, wie ungern ich Economy fliege. Da zeigt sich eine gewisse Überheblichkeit… aber der Reihe nach. 

Ich hatte in der letzten Woche endlich mal wieder die Gelegenheit ein wenig zu reisen. Dabei lernt man so einiges, z.B. was in Italien so alles schief läuft. Nun ja… in Frankfurt an der Security steht vor mir ein Italiener, der am Ende des Bands um 13:10 eine Mitarbeiterin fragt, ob sie denn denkt, dass er den Flieger um 12:50 noch bekommt. Die Mitarbeiterin fragt etwas verunsichert "boarding or take-off?" woraufhin er sagt "take-off". Ihre zielsichere Antwort "unwahrscheinlich". Dem kann ich zustimmen. Nachdem der Italiener nun aber nicht die Linie für Gäste, die es eilig haben, genommen hat, ist er auch danach ganz gemütlich weitergezogen. So kann man auch das ein oder andere Sparziel verpassen. La dolce Vita. 

Ich habe auch eine mustergültige Amerikanerin getroffen, die ihren Mann an den Schalter geschickt hat, an dem groß London stand. Er sollte nachfragen, ob hier der Flug nach London geht. Sie meinte aber selbst schon "Darling, it might be a stupid question, but in any case they will think that we are stupid Americans… and that's what we are". Chapeau. 

Ansonsten haben Stewardessen in der Economy wohl auch das letzte bisschen Benehmen verloren. Die treten einem echt auf den Fuß ohne nur ein Wort zu sagen. Deswegen fliege ich privat auch lieber Business. Fairer Weise muss ich aber sagen, dass es auf dem Rückflug anstatt der gewohnten "chicken or pasta" in der Economy nur Lachs gab. Spätrömische Dekadenz at its best. Da ich den Lachs nicht essen konnte, wurden mit Früchte aus der Crew-Verpflegung gereicht. Respekt. Habe mich auch drei Mal bedankt und aus Schuldgefühlen sogar die Grapefruit gegessen. Buahahahaha war die eklig. 

Spannender als das international Reisen, war aber das Reisen in Mexiko. So gibt es dort einen Knopf, der die Reisenden den zwei Linien an der Security zuweist. Einer links. Dann einer rechts. Dann einer links. Dann wieder rechts…. und dann? Zum Glück hilft der Knopf, falls man mal die Orientierung verliert. Und nein, den Knopf drückt man nicht selbst, sondern dafür gibt es einen Angestellten. "Halt!" wird der eine oder andere sagen "In Mexiko arbeitet doch keiner alleine". Richtig! Da waren natürlich zwei. 
Ich sehe da durchaus noch Möglichkeiten für die Vollbeschäftigung in Deutschland. Für meinen Anschlussflug innerhalb von Mexiko, stand auch um 22:00 Uhr noch nicht das Gate für einen Flug fest, der um 22:15 geboardet wurde. Weisen die das Flugzeug dort kurzfristig nach Lust und Laune zu? "Jungs, die Maschine an Gate 29 ist frei. Schickt doch die Gäste für Mexicali rüber!"
Auf dem Rückflug von Mexicali nach Mexiko City bin ich dann mit der mexikanischen Ryan Air geflogen. Die haben meinen Koffer gewogen und gesagt, dass es zu viel sei. Ich könnte aber gerne noch etwas ins Handgepäck packen. Ich packe also alles vor deren Augen um, woraufhin sie mich erst mal wieder durch die Security schicken… die beim zweiten Mal natürlich auch nicht mehr findet, als beim ersten Mal. Aber alles zu meiner Sicherheit... wie auch immer. Nachdem der Koffer dann in Ordnung war, wiegen sie mein Handgepäck, um mir dann zu sagen, dass das Handgepäck zu schwer sei. Auf die Frage, warum sie mir das nicht vor dem Umpacken sagen, wussten sie auch keine Antwort. Ich bin aber gewichtstechnisch optimiert mit kurzen Baggy-Hosen + Anzugssocken und Anzugsschuhen geflogen. So und nicht anders entstehen Trends…

Warum war ich noch in Mexicali? Dort hat ein Freund aus der Bosch-Welt geheiratet. Und ich muss sagen, dass eine mexikanische Hochzeit zu gefallen weiß. Kurzprogramm: Hochzeit, Cocktailempfang, Abendessen, Party, Disko und dann Nachfeier am nächsten Tag mit Pool und Tacos. Mein Highlight waren die Mariachis, die die Ode an die Freude in der Kirche spielen. Das will ich auch! Außerdem war die Tanzfläche mit dem ersten Lied des DJs sofort randvoll, anstatt dass alle noch rumsitzen. 
Gut… ich saß trotzdem rum und habe noch den durchaus angenehmen Tequila mit einem anderen Verweigerer genossen. War er auch Deutscher? Ja! Aber zu meiner Verteidigung... ich habe mit dem Bräutigam das Lied aus Desperados angestimmt und nachdem auch der andere Deutsche meinte, dass ihm vom Tequila langsam übel wird, haben wir dann noch die Tanzfläche gerockt... aber auch so richtig.
Die Braut hat dabei auch (gefühlt) versucht, für jeden ausländischen Gast ein(e) lokalen Tanzpartner(in) zu finden. Ich habe erst dankend abgelehnt, habe bis zur Mariachi-Musik dann aber noch selbst wen gefunden. An die heißeste Brautjungfer hat sich von den Deutschen keiner so richtig angetraut, da es das Gerücht gab, dass sie zweifache Mutter ist und ernährungstechnisch sehr alternativ unterwegs ist. Das stellte sich aber am nächsten Tag als falsch heraus. Mit der zweifachen Mutter hatte ich getanzt… und das obwohl sie zumindest jünger als ich aussah. Diese Falschinformation stieß natürlich den männlichen Brautjungfern (wie heißen die denn???) auf. Keiner weiß mehr, woher sie denn kam. Die Braut meinte aber, dass man doch bei so etwas sofort bei ihr nachfragen sollte. Sie hätte das noch am Abend geklärt. Kuppeln erscheint mir dort eine Art Volkssport zu sein.
Das hat sich auch im Club gezeigt, in den wir erst so gegen 2 eingefallen sind, der dafür aber schon um 3 wieder geschlossen hat. Dort hat mich ein Mädel angesprochen, dass ihre Freundin doch mit mir tanzen wolle. Ignorieren wir hier ausnahmsweise die umständliche Kommunikation… sowas ist mir noch nie passiert. Nicht einmal in Shanghai, wo sonst jeder behauptet, zumindest von Prosti… eh Freelancern angesprochen worden zu sein. Wie auch immer. Wobei wir thematisch nahe dran sind. Ihr wisst doch alle, was Barney (How I Met your mother) an Halloween mag, oder? "If she is a nurse… she's a slutty nurse. If she is a cat… she is a slutty cat." Ich kann diese Aussage für mexikanische Halloween-Feiern nur bestätigen. Ich denke Mal, dass es der enormen Hitze in der Wüste geschuldet war. 

Kommen wir zu unverfänglicheren Themen: Mein Essensplan (nicht erwähnte Mahlzeiten wurden nicht eingenommen). Der lautete: 
Ankunft Mexiko: Tacos
Frühstück: Quesadilla (naja… fast Tacos)
Abendessen: Wurde von der Hochzeit vorgegeben
Mittagessen: Tacos
Frühstück: Hotelbuffet
Mittag: Durch Schulung vorgegeben
Abend: Tacos (2 Mal… gab noch einen Mitternachtssnack)
Mittag: Sandwich
Abend: Tacos Chipotle
Frühstück: Hotelbuffet
Mittags: Bei der Schulung gab es Tacos (die kannten mich scheinbar!)
Abends: Chipotle Halloween Special… daher ein Burrito anstatt Tacos
Ab da gab es dann tatsächlich keine Tacos mehr… und es waren noch 4 Mahlzeiten. Ich denke es wären mehr Tacos möglich gewesen, aber der Burrito hat an Halloween nur 2$ gekostet. Eigentlich sollte es diesen Preis nur für verkleidete Leute geben, aber scheinbar wurde mir die Verkleidung als deutscher Geschäftsmann abgenommen. Habe sogar meine Perücke mit den Geheimratsecken aufgesetzt. Der Unterschied war kaum zu erkennen...

Wo wir schon bei Halloween sind. Sind die 10 Gebote ein Kostüm? Und kann man das für 10 Kinder nutzen? Man kann… zumindest in den USA. Das ist zwar erschreckend, aber nicht im Sinne von furchterregend. Spannender Weise habe diese Kinder auch Sandalen mit Socken getragen. Das war furchterregend! Nun gut, die Sandale mag keine typisch amerikanische Fußbekleidung sein, aber trotzdem sind wir Deutschen scheinbar nicht die einzigen, die das machen! Yeah! Warum schauen die sich nur immer solche Dinge bei uns ab?

Sonntag, 23. September 2012

Lass uns Wellenreiten gehen

Bei der Überschrift musste ich echt lange nachdenken. Eigentlich finde ich das Lied von den Sportis ja etwas lahm, aber Surfin USA hätte nun nicht so richtig auf Spanien gepasst. Und "die perfekte Welle" ist ja seit den Ereignissen in Indonesien politisch etwas vorbelastet. 

So ist aber wenigstens gleich klar, dass es ums Wellenreiten geht. Die meisten, denen ich gesagt habe, dass ich nach Spanien Surfen gehen, dachten erst mal ich würde Windsurfen meinen. Scheinbar wirke ich nicht wie der typische Surfer. Wieso eigentlich nicht? Meine Haare machen was sie wollen und wenn ich sie wachsen lasse, habe ich auch Locken. Nicht zuletzt sind sie laut Friseur (dunkel)blond. Ich kann auch toll "hang loose" sagen. Trotzdem wird mir das Wellenreiten wohl nicht zugetraut... und das Schlimme ist, dass die Leute Recht haben. Anbei die (natürlich vollkommen zu Unrecht erstellte und grob verzerrte) Darstellung von einem meiner Mitstreiter. 




Ich bin natürlich nur aus dem Wasser, weil mich der Rest der Teilnehmer die ganze Zeit neidisch angestarrt hat und mir das mit der Zeit etwas unangenehm wurde. In China habe ich ja gelernt, dass auch der schlecht da steht, der andere schlecht dastehen lässt. Aber Dank anstatt Spott wäre von den Jungs wohl zu viel erwartet gewesen. 

In Wahrheit habe ich mir an beiden Unterarmen eine Sehnenentzündung geholt, weswegen ich halt ein paar mehr Pausen brauchte. Ehe ihr jetzt aber denkt, dass ich zu weich zum Surfen bin, möchte ich darauf hinweisen, dass es eine Altersfrage ist. Aus unserer Gruppe hat sich einer den Rücken verissen und deswegen ganze Tage ausgesetzt und ein andere noch was am Knie bekommen. Von den blauen Flecken und den Schürfwunden müssen wir gar nicht erst reden. Wobei es wirklich unangenehm ist, wenn man sich die jeden Tag aufs Neue aufscheuert und dann mit einer nässenden Wunde ins Salzwasser geht. Aber wie schrieb ich schon im Abibuch: Life is pain, deal with it!

Man sollte den Schmerz ja eigentlich in Alkohol ertränken und mit dem Kampfpreis von 6 Euro für 1 Liter Sangria, wäre das auch sehr günstig gewesen. Aber es gab eine noch deutlich günstigere Alternative: Ibuprofen. Das Zeug ist dort spottbillig und in jeder Dosierung rezeptfrei. Man kann wirklich sagen, dass die Spanier da schmerzfrei sind. Mir wurde gleich die 800er Variante angeboten. Als ich nach 200 gefragt habe bekam ich nur ein mildes Lächeln... unter 400 geht da gar nichts. 

Aber zurück zu den Bildern. Dort ist auch unser Surf-Vorturner a.k.a Dani zu erkennen. Obwohl er seit vielen Jahren Deutschen das Surfen beibringt, hat er nur ein Wort gelernt. "Kartoffel". Damit war eigentlich jeder Deutsche gemeint. Wobei... es gab auch ein zweites Wort. "Kartoffels". Man kann streiten, ob das wirklich Deutsch ist, aber wir wussten, dass wir damit gemeint waren. Kartoffeln waren an unserem Surfstrand scheinbar generell nicht sehr beliebt...

An einem Tag haben wir uns im Übermut entschieden, noch den Nachmittag zum Surfen zu nutzen. Holger (der Organisator) hat uns daher zu einem kurzen Briefing gebeten. Es begann mit einem freundlichen "ihr seht ziemlich deutsch aus" und endete mit "macht die Deutschen nicht noch unbeliebter". Problem: Zu viele deutsche Anfänger auf "fatboards" paddeln ins "line-up" ohne die Vorfahrtsregeln zu beachten und daher müssen die nicht-Pflaumen dann droppen. Ihr versteht? Die Pflaumen waren übrigens die, die um Welten besser waren als wir. Wir galten wahrscheinlich als Fallobst. 

Ansonsten spielen die Bilder noch darauf an, dass von den 3 Schritten zum Aufstehen Schritt 2 für mich der schwierigste war.


Was gibt es sonst zu erzählen? Unser Surflehrer kannte mehr Märchen als die Gebrüder Grimm. Egal ob über menschenfressende Haie an der Küste (gibt es nicht), über die Herkunft des Surfens (Baskenland... iss klar) oder Holgers Vergangenheit auf der Pro Tour (die es nie gab). Er nutzte die Aufwärmübungen auch gerne um uns Balletübungen durchführen zu lassen und hat sicher mehr Zeit mit der Beobachtung von Surferinnen als mit unserem Training verbracht. Aber wer will ihm das verübeln? Frauen wurden auch "angeschubbst", damit sie nicht so viel paddeln müssen und er dann vielleicht aus Versehen "etwas berührt". Ich zitiere hier wörtlich und natürlich wertfrei. Mich wollte er auf jeden Fall nicht anschubbsen. Er war also genau so, wie ich mir einen Surflehrer vorstelle. 
Ansonsten wurde der Cub Libre in Bilbao im 1-Liter-Eimer auch für 4 Euro verkauft, wenn ein Luxemburger (für mich die neuen Schwaben) lange genug verhandelt und das Guggenheim in Bilbao ist wirklich für die Füße. Also nichts gegen Kunst, aber wenn ein "Künstler" 24 Lichterketten als Kunst verkaufen darf und die dann auch noch ausgestellt werden, dann machen sich die Kuratoren doch echt lächerlich. Vor allem wenn der Audioguide einem noch erklärt, dass die Kunst dadurch entsteht, wie man selbst die Lichterkette drapiert. Wofür brauche ich dann noch den Künstler? Bzw. ist Obi jetzt einer der bedeutendsten Kunsthändler Deutschlands? Mit dieser fast schon philosophischen Frage möchte ich diesen Post dann auch beenden.

Freitag, 7. September 2012

Bicycle race

Es gibt ja schon bemitleidenswerte Menschen auf der Welt. In diesem Post geht es um Erwachsene, die Freitag abends nichts Besseres zu tun haben, als andere Menschen zu ärgern. Damit nicht genug... sie sind auch noch unkreativ, aggresiv und nehmen sich selbst viel zu wichtig. Und nein, ich rede nicht von mir.

Ehe ich weiter schreibe müssen zwei Dinge geklärt werden:
1. Es gibt Menschen die wirklich Mitleid verdienen. Das sind aber andere als die bemitleidenswerten...
2. Das schlimmste straffreie Verbrechen der Welt ist es, jemanden davon abzuhalten, Spiele der Fußballnationalmannschaft zu sehen. Das hat selbst der sonst chronisch unlustige Gosejohan verstanden und das will einiges heißen. Wer das anders sieht, muss eigentlich gar nicht weiter lesen. ;-)

Es soll hier also um Fahrrad-Flashmobs gehen. Nichts gegen Fahrräder... nichts gegen Flashmobs... aber ganz, ganz viel gegen die Leute, die da heute Abend unterwegs waren. Flashmobs sind ja an sich lustig. Da macht eine große Gruppe von Menschen etwas neues und unerwartetes. Das kann wirklich unterhaltsam sein, muss es aber nicht. Es verliert dann seinen Reiz, wenn man es immer und immer wiederholt. Dann ist es nämlich weder kreativ noch neu, sondern einfach nur eine billige Kopie. Ich wäre für ein Flashmob-Patentamt. Da kann man dann tolle Ideen einreichen und wenn die jemand kopieren will, sagt man einfach: "Hier du Pfeife, wenn du cool sein, willst, dann lass dir etwas eigenes einfallen!" Dann ist es von mir aus auch eine Kunstform.
Da es das Patentamt aber noch nicht gibt, bin ich nun zum dritten Mal in den Schweizer-Platz-Kreisel-Umfahr-Fahrrad-Flashmob geraten. Echt Jungs.... kreativ. Jungs kann man hier schon wörtlich nehmen. Eigentlich kaum Frauen, sondern nur Männer, die eigentlich zu alt für die Pubertät und noch zu jung für die midlife crisis sind... aber trotzdem in beidem festhängen.
Ich lass mir ja auch die Kreiselsperrung gefallen. Da gibt es halt keine Ampel und wenn genügend Fahrräder im Kreis fahren, dann kann man erst mal behaupten, dass das legal sei. Die holen sich dann das Gehupe und den Ärger der Autofahrer ab und gleichen damit vielleicht ihren eigenen Frust aus. Wer weiß... am Ende hält sie das davon ab, Triebtäter oder Ähnliches zu werden... dann hätte das ja schon einen guten Zweck. Ich hupe ja gar nicht erst, damit sich da niemand bestätigt fühlt. Die Hoffnung ist, dass die wie kleine Hunde aufhören, wenn sie merken, dass sie dabei niemand beachtet.
Wenn der Flashmob aber vorbei ist und sie den Kreisel dann verlassen, nimmt mein Verständnis so langsam ab. Sie hatten ihre Show und ihren Spaß, da könnten erwachsenen Männer mit Haaren am Sack erkennen, dass es damit auch gut ist. Aber nein... es reicht nicht.
Die meinen dann wirklich beim Davonfahren Kreuzungen mit Ampeln sperren zu müssen, als ob sie die Polizei seien. Warum? Damit ihre Kollegen dann bei minimalen Tempo bei rot über die Ampel schleichen können. Kann man akzeptieren, dass sie sich anmaßen, Polizei zu spielen und den Verkehr nach ihren Vorstellungen zu regeln? Ich weiß nicht... aber sagen wir mal ja.
Nun gibt es aber Autofahrer, die wenn sie grün haben, über die Ampel fahren und abbiegen, wenn da genügend Platz auf der Spur ist. Die sind dann halt, wie das im Straßenverkehr nun Mal so ist, zwischen Fahrrädern. Dann muss man halt im selben Tempo mitkriechen, aber ok. (Ich hatte kurz überlegt mitgriechen zu schreiben, aber das wäre ja vollkommen fehl am Platz.) Ist halt so.
Böse werde ich, wenn dann zwei Halbstarke meinen, bremsen zu müssen, um mein Auto einzukeilen und mich zu beschimpfen. Dass sie behaupten, dass ich sie fast anfahre, zeigt eine gewisse argumentative Armut, wenn sie doch bewusst bremsen, um mich zum Anhalten zu zwingen. Dass Sie dann auch noch behaupten, dass 8 Fahrräder ein Konvoi seien, der über rote Ampeln fahren darf und Autos blockieren darf, wirft für mich noch mehr Fragen auf. Selbst die Bundeswehr und unsere Regierung müssen blaue Fläggchen am Auto hissen, um als Konvoi zu gelten. Ich wusste noch gar nicht, dass man das auch einfach so für sich reklamieren kann. Ich schlage vor wir testen das in naher Zukunft aus. Als der eine dann auch noch damit anfing, dass er gerne die Polizei ruft, konnte ich ihm endlich mal zustimmen. In einem kurzem, klaren Moment wurde ihm dann aber doch klar, dass es wohl auch nicht besonders legal ist, wenn man jemanden gegen seinen Willen im Auto festhält und daher hat er von der Idee dann abgelassen. Ich musste aber natürlich trotzdem meine "Strafzeit" für das Verbrechen absitzen, bei grün gegen seinen Willen über die Ampel gefahren zu sein. Und das ganz ernsthaft ohne jemanden zu gefährden.
Das ist dann wahrscheinlich noch der gleich Schlag Menschen, der per Bürgerentscheid dafür sorgen will, dass endlich gesetzlich geregelt wird, wie viele Fahrradwege es geben muss.

Bis zu diesem Punkt kann man mich nun auch gerne als Spießer oder Spaßbremse bezeichnen. Aber es gibt einen Punkt, den niemand wegdiskutieren kann: Dass man wegen solchen Idioten den Anstoß vom Länderspiel verpasst, geht ja wohl mal gar nicht!

Jetzt aber mal Spaß beiseite. So etwas kann ja lustig sein, aber wenn die Aktion vorbei ist, dann ist sie auch vorbei. Und dann muss man nicht noch nachdem man bei rot über die Ampel gefahren ist meinen, Autos, die wirklich im Rolltempo mitrollen ohne zu hupen oder sonst irgendwas zu machen, maßregeln zu müssen.

Samstag, 1. September 2012

Es läuft fantastisch - mein Leben hasst mich!

Da bin ich wieder! Nie wirklich vermisst und doch zurückgekommen - ins Herz der Bloggerszene.

Warum? 'Cuz it feels so empty without me? Von wegen. Ich mache das alleine wegen meiner streng konservativen Lebenseinstellung, die es mir verbietet, mit Traditionen zu brechen... und bisher war es immer Tradition, dass wenn ich ins Ausland gegangen bin, ich allen aus meinem Leben berichtet habe - ob sie wollten oder nicht. Egal ob die Massenmails aus Mexiko, der Blog aus Schweden (auf Grund des Jugendschutzes mittlerweile offline) oder der Blog aus China... es gab immer irgendetwas.

Wohin hat es mich also jetzt verschlagen? Nach Lohr am Main. Manch ein Staatsrechtler würde jetzt behaupten, dass Bayern nun streng genommen nicht im Ausland liegt... aber ich bin ja in Franken! Arbeite ich nicht schon länger da? Ja, aber auf Grund beruflicher Veränderungen habe ich jetzt tatsächlich auch ein Zimmer dort, auch wenn ich immer noch behaupte, in Frankfurt zu wohnen.

Da die kulturellen Unterschiede der Franken zum Rest von Deutschland zwar nicht geringer ausfallen als die der Mexikaner, Schweden und Chinesen, sie allerdings schon zu genüge diskutiert sind, musste ich mir etwas Neues einfallen lassen, über das ich schreiben kann... und das ist auch schon die Überleitung zur Überschrift dieses Posts. Der geneigte Konsument zeitgenössischer Pop-Kultur wird erkannt haben, dass es sich um ein Zitat von Kraftklub handelt. Mein Ziel wird es also sein, diesen Blog so lange mit pop-kulturellen Referenzen zu füllen, bis mir etwas besseres einfällt oder Franken kontroverser wird.

Wieso also diese Überschrift? Im Prinzip kann ich sagen "es geht mir gut, ich kann mich nicht beschweren / ich hab alles was ich brauch und ein bisschen mehr" (Cro). Im Job läuft es z.B. soweit sehr gut und ich habe nach langer Zeit auch endlich den konzeptionellen Fehler in meinem Modell für die Doktorarbeit gefunden. Warum hasst mich dann mein Leben? Weil ich für den Job nach Lohr ziehen musste und wegen des Fehlers mein halbes Modell neu programmieren muss. Das Schlimme ist; ich trage die Schuld dafür ganz allein. Allein, allein / Allein, allein... / wir sind allein...

Und was hat das alles mit dem Namen des Blogs zu tun? Kennt ihr Assi-Toni? Ja? Damit hat es schon mal nichts zu tun. Es ist eigentlich nur eine ganz schlechte Anspielung auf meine aktuelle Tätigkeit. Eigentlich wollte ich diesen Wortwitz nie nutzen, aber nachdem es schon so viele für mich getan haben, scheint es der allgemeinen Vorstellung von Humor zu entsprechen. Außerdem habe ich es bisher noch jedes Mal geschafft, das Niveau zu senken.
Zuletzt habe ich in San Sebastian wildfremde Typen auf der Straße gefragt, was in Spanien wichtiger ist. Brust oder Keule? (Na gut, ich mag es etwas anders formuliert haben, aber das sind Details.) Die ersten haben noch gerne geantwortet. Keule. Die Jungs, die mit ihren Freundinnen unterwegs waren, haben hingegen unangenehm berührt auf den Boden geschaut... es sah aber auch eher so aus, dass sie auf Bauchspeck standen. Aber das ist ein anderes Thema. Quintessenz: Ich tue alles, um unsere (also die deutsche) hervorragende Reputation im Ausland zu erhalten. Man muss ja auch zu seiner Herkunft stehen...

Zum Thema Herkunft haben die Franken ja ein schönes Sprichwort auf Fränklisch: "It's nice to be a Preiß, but it's higher to be a Bayer. And the highest rank is to be a Frank!" Woher dieser sagenhafte Regionalstolz kommt wird uns Außenstehenden wahrscheinlich immer unergründlich bleiben, vor allem wenn man bedenkt, dass die Franken ja auch Frankreich zu verantworten haben.
In Anspielung ans Fränkische sind mir auch jede Menge alternative Blognamen eingefallen, die es nicht geschafft haben: "Nico der Außerfränkische", "Losd in Dranslaschion (mid hardem D)", "B wie Baula, "Von Frankfurt nach Frankenland Frankreichtmir!"Ich denke ihr habt jetzt eine grobe Ahnung, warum die es nicht geschafft haben.