Montag, 30. März 2015

I am sailing...

Eigentlich ist dieser Blog ja schon abgeschlossen, da ich die Assi-Tätigkeit zumindest nicht mehr ausübe, aber im Sabbatical behält man ja den Anspruch auf seine letzte Stelle, also passt das schon irgendwie hierher. Was nicht so ganz passt, ist, dass ich trotz der ganzen Probleme mit meiner Diss, von denen ich sicher das ein oder andere Mal berichtet habe, in dieser Zeit Urlaub gemacht habe. Es war allerdings alles fest gebucht und viel schon bezahlt, da konnte ich ja nicht einfach absagen. Also standen Miami, die British Virgin Islands, Miami/Florida und New York auf dem Reiseplan. Viele finde meine Blogeinträge ja zu lang, weswegen ich die Zusammenfassung direkt an den Anfang stelle: Es war geil, geil und nochmals geil. Richtig viel Spaß für richtig viel Geld… so viel habe ich noch in keinem Urlaub ausgegeben. 

Aber nun zum Anfang. Kern der Reise war eine Regatta um die British Virgin Islands mit folgender Crew:
Burkhard "work hard, Burkhard" oder auch einfach "the skipper" Justus
Marc "das Kamerakind" Heldmann
Lucas "die Buffetfräse" Weiss (wer kam auf die Idee, jemandem mit dem Spitznamen zum Smutje zu machen?)
Sebastian "der Knoten" Dreher
und ich a.k.a der "Dinghy Captain"

Irgendjemand kam mal auf die Idee, diese Crew wie folgt zusammen zu fassen: "Ich bin mit 5 Besserwissern unterwegs", worauf er prompt ein "Nein, nur mit 4" zurück bekam. Man kann ahnen, dass es in dieser Hinsicht sehr episch wurde. Ein Fest für Klugscheißer. Ich selbst weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Neben mir liegt eine Liste mit etwa 50 Stichworten, die ich erwähnen wollte, was aber gar nicht klappen kann, weswegen es wohl nur kurze zusammenhanglose Geschichten werden. Meine Schreibenergie sollte ja auch eigentlich in die Diss gehen. Allerdings hat mir der Turner ausgeredet, meinen Laptop mit in den Urlaub zu nehmen, weswegen ich den freien Tag in Florida nutzen konnte, um all das aufzuschreiben. Natürlich mit einem schlechten Gewissen. 

Der erste Aufenthalt in Miami diente eigentlich nur als Zwischenstopp, an dem sich alle treffen konnten, obwohl wir mit unterschiedlichen Flügen angekommen sind. Lucas und ich waren die Ersten und habe uns daher erst einmal an den Strand gelegt. Zweimal im Wasser gewesen, zweimal mit Lichtschutzfaktor 50 eingecremt, 3 Stunden Sonne… macht zweimal Sonnenbrand für uns. Vielleicht sitze ich doch zu viel vorm Computer? Um das Bild abzurunden, haben wir uns auch einen Football gekauft, wodurch wir noch zwei mal Muskelkater in der Schulter drauflegen konnten. 
Am nächsten Tag kamen Turner und Marc, mit denen wir dann noch mal die Todo-Liste von Tripadvisor studiert haben. Die Nummer 1 Attraktion in Miami South Beach ist ein Schießstand… Ammis… wir haben uns daher für die Nummer 2 entschieden: Pub Crawl. 4 Kneipen und einer der angeblich heißestes Clubs Miamis standen auf dem Programm und wir wurden nicht enttäuscht. Value for money und es war auch noch gesund, weil 4 Bananen dabei waren. (Außen gelb, innen weiß… auch bekannt als ABC… wenn ihr wisst was ich meine. Man könnte auch von ABC-Shützinnen schreiben.) Zumindest einer von uns hat eine Banane probiert, konnte sich aber gleich auf das Motto des Clubs berufen: "Mansion made me do it".



Ansonsten haben wir uns noch ein Spiel der Miami Dolphins gegen die Green Bay Packers angeschaut, was ebenfalls ein Spektakel war… allerdings bei 30 Grad im Schatten und das ohne Schatten. Dem entsprechend sahen wir wie die letzten Rentner aus: Mützen, langärmlige Bekleidung und 5 Schichten Sonnencreme… mitten in Florida. Das Spiel haben die Packers dann 3 Sekunden vor Schluss gewonnen, was die Stimmung im Stadium trübte, mir allerdings sehr recht war. :) Die Stimmung war generell jetzt nich so stark, wie man das z.B. von der Eintracht kennt, aber um uns herum gab es einige Trashtalk-Spezialiste die für sich genommen schon den Eintritt wert waren. Wir konnten das Gelernte dann sehr gut auf unseren Segeltrip übertragen. Dazu aber später mehr.

Nachdem dann auch unser Skipper in Miami angekommen war, ging es in die BVIs (British Virgin Islands). Eigentlich ging es auf die Suche nach einem Geldautomaten, aber für die Geschichte haben wir hier keinen Platz. Im Flieger saß dann vor mir eine Norwegerin in den 20ern, rechts von mir (über den Gang) eine Norwegerin in den 20ern und rechts vor mir (über den Gang) eine Norwegerin in den 20ern. Alle blond, wobei eine davon eventuell gefärbtes Haar hatte. Der Hautfarbe nach zu urteilen war die Haarfarbe zumindest nicht ganz natürlich. Etwa zur Mitte des Fluges kam dann ein deutlich älterer und schon gut angetrunkener Mann vorbei - nennen wir ihn den Pimp - und sprach mit den Damen. Als er weg war tippte mich meine Vater an "den kenn' ich, der macht auch bei der Regatta mit". Ich tippte einen meiner Crewmitglieder an (wir saßen sehr zerstreut) und sagte "die Mädels sind bei der Regatta dabei" und sah den Rest des Fluges nur noch ein breites Grinsen. 
Super Wingman wie ich bin, habe ich für meine Crew auch noch den Erstkontakt hergestellt. Das ging ungefähr so: Nach der Landung meinte die Stewardess "happy birthday to Debby". Ich rief "Go Debby" woraufhin sich die Norwegerin vor mir umdrehte und fragte, was ich gesagt hätte. Englisch schien nicht ihre besondere Stärke gewesen zu sein, weshalb ich meinte "I said go Debby". Ihre Frage: "Are you Debby?" beantwortete ich mit "do I look like a Debby?" was mir ein "Forget what I said, I'm just lonely" einbrachte. Ich weiß, ich weiß… Wasser auf die Mühlen meiner Kritiker. Ich merke mir: bei Erstkontakt weniger Ironie, Sarkasmus und rethorische Fragen. Aber die Geschichte geht ja noch weiter. Eine der drei Norwegerinnen war übrigens diese hier: http://www.carinadahl.no
Das aber nur so nebenher. (Für alle die auf weitere Geschichten dazu hoffen: Sie war mit ihrem Freund dort. Dieser Geschichtsstrang endet also genau hier.)
Weiteres Highlight der Anreise war die Fahrt über eine der Inseln mit einem Amerikaner, der meinte, dass alle In der Familie außer ihm fett wären. Auf die Nachfrage, was bei ihm schief gegangen sei, meint er nur "you can not be fat when you're gay". Klare Ansage.
Lowlight war, dass gerade ein Tropensturm aufkam, weshalb unsere eigentliche Fähre nicht mehr fuhr und wir einen ziemlichen (und teuren) Umweg in Kauf nehmen mussten. Wir sind aber angekommen und der Sturm, der auf Antigua wohl auch für Tote gesorgt hat, ist nachts relativ geräuschlos an uns vorbei gezogen. Er hieß Gonzalo, was später noch relevant sein wird. 

Vielleicht sollten wir jetzt mal zum eigentlichen Thema kommen, der Regatta. Einen Konkurrenten kennt ihr ja jetzt schon. Den Pimp bzw. sein Team von Norwegerinnen. Um uns abzulenken, sind die auch immer im Bikini gesegelt und haben sich gesonnt, während wir quasi schon eine Burka trugen, um die Sonneneinstrahlung zu minimieren. Verkehrte Welt. 




Die weitere Konkurrenz bestand aus Chicadon a.k.a dem dreckigen Drecksack, Sören dem Favoriten, dem regelunkundigen Starboard, Schorsch dem Griechen, dem durchtriebenen Engländer und dem betrunkenen Finnen. Wobei letzteres eine Pleonasmus ist, da Finnen immer betrunken sind. Nachdem die Regatta schon vorbei war, lief er morgens über den Steg und erzählte stolz, dass er heute mal keinen Alkohol eingekauft hatte… hatte dabei aber schon ein Bier in der Hand. Man muss ihn einfach lieben… und das nicht nur, weil er am Ende der Regatta immer Finlandia-Flaschen an alle verschenkt.
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der Ausdruck Drecksack hier niemals negativ gemeint ist. Er wurde mehrfach für verschiedenen Konkurrenten genutzt - natürlich immer im sportlichen Sinne. In der anderen Klasse gab es auch Arschlöcher, aber das ist ein anderes Thema. 
Der Regttaverlauf an sich war sehr gut. Obwohl wir nicht gerade die Favoriten waren (nach der Führung in der Zwischenwertung wurden wir nach vorne gebeten, worauf an einem Tisch jemand ungläubig fragte "those guys?") haben wir einen souveränen Start-Ziel-Sieg hingelegt. Sofern der Minimalabstand auf den zweiten Platz als souverän bezeichnet werden kann (http://yachtscoring.com/event_results_cumulative.cfm?eID=605).



Aber egal wie, wir habe es tatsächlich geschafft. Und das obwohl
- ich in einem Rennen aus Versehen mal das Hauptsegel heruntergelassen habe
- unsere Kommunikation nicht wirklich klappte 
   - lass das Segel raus, nein nicht du… du
   - Gute Idee, das sollte wirklich mal einer machen... also wirklich, das sollte mal einer machen
- wir am letzten Tag nicht unser Frischwasser zur Gewichtsreduktion abgelassen haben
- und obwohl Turner Angst vor dem Segel hatte. 
Wobei Turner das mit dem Segel nicht hat auf sich sitzen lassen, nachdem selbst eine über 40jährige Dame mit der Hälfte von seinem Gewicht den Baum gehalten hat… hat er sich dann auch todesmutig ins Segel gestellt. Das aber erst am letzten Renntag, an dem alle Opfer bringen mussten. Marc hat sich z.B. auf den Hähnchengrill gesetzt und seine Beine 2 Stunden der Sonne ausgesetzt. Lucas hätte sich für diese Aufgabe die Beine mit Panzertape abgeklebt (wovon wir ihn abhalten konnten… die Beine waren nicht rasiert), Marc hingegen hat die Sonnencreme vergessen, wodurch es am Abend richtig knusprige Schenkel gab. Das alles für den legendärsten Zieleinlauf ever. Wir waren mehr als eine Stunde mit 2 anderen Booten auf ein und demselben Kurs und sind alle relativ gleichzeitig bei der Ziellinie angekommen. 
An dieser Stelle noch einmal Dank an das Kamerakind, was alles so gut dokumentiert hat. Wir haben auch Bilder von unseren Rammaktionen auf See. Wir dachten Starboard schreit seine Frau an, als er immer "Starboard" und "you gotta respond" rief. In Wirklichkeit hat er aber uns angeschrien, obwohl wir Vorfahrt hatten. Das führte dann zu unangenehmen Kontakt auf offener See. In einem anderen Rennen wurde er dann auch disqualifiziert, weil er die Vorfahrtsregeln wieder verbockt hatte. Daher auch sein Spitzname.

Von den Rennen gibt es sonst wenig Spannendes zu erzählen. Wenn man sich die Punkte anschaut, sieht man, dass wir am vorletzten Tag dachten, dass Ding in der Tasche zu haben. Leider hat die Rennleitung für den letzten Tag dann noch zwei Rennen angesetzt, wodurch es seeeehr knapp wurde. Im ersten Renne am zweiten Tag hatte wir das Segel falsch getrimmt, was punktemäßig zu einem Debakel führte… somit haben wir aber zumindest für Spannung gesorgt. So machen das gute Sieger. Wir hatten auch schon am Dritten Renntag (nach 5 Rennen) wie die Sieger gefeiert und es wäre äußerst peinlich geworden, nicht zu gewinnen, nachdem sich Sörens Crew schon vor uns verbeugt hatte. (Das sind die, die Zweite wurden.) 
Am letzten Abend vor Scham verstecken hätte auch wenig gebracht, da der Turner dafür gesorgt hatte, dass wir die mit Abstand auffälligste Crew waren. Wie das? Neben der Regatta gab es noch jeden Abend Mottoparties, zu denen sich alle verkleiden. Das sah bei uns etwa so aus:
Griechische Götter: Deutschlandtrikot (Götter in weiß)
80er Party: Deutschlandtrikot mit deutschen Blumenketten
Wikingerparty: Winkingerhelm in schwarz, rot, gold und Keulen in denselben Farben
Mardi Gras: Deutsche Blumenketten (auch wenn eine Amerikanerin meinte wir bräuchten Perlen, wenn wir Brüste sehen wollen)




Ich denke ihr habt eine grobe Idee, worauf alle Kostümideen basierten. Während der Regatte und den meisten Partys hatten wir dann auch noch deutsche Armbinden (liiiiiiinke Seite!!), wodurch immer relativ klar war, wer wir waren. Wir mussten dazu auch ein paar Kommentare einstecken. Nach 3 Tagen mit demselben Trikot wurden wir z.B. auf die Geruchsbelästigung hingewiesen… und dem ein oder anderen erschien es auch zu arrogant jeden Tag unsere Nationalfarben zu tragen… aber als Sieger kann man sich das mal rausnehmen. :) Wobei ich denke, dass meine Crew (ich nehme mich da raus) in Summe sehr gut ankam. Wir haben viele Leute kennen gelernt und auch Fans gewonnen. Zumindest eine Norwegerin ist am letzten Tag auch mit Deutschlandflagge im Gesicht gesegelt. Eventuell auch, weil sie an dem Morgen auf unserem Boot aufgewacht ist.
Ich glaube es war einer der besten Momente auf dem Boot, als mein Vater morgens meinte "Kein Wunder, dass ihr in den Kabinen schwitzt, wenn ihr die Tür nachts zu macht, da kann es ja keinen Luftzug geben" woraufhin einer unserer Crew meinte "ich glaube die geschlossene Tür hat einen anderen Grund. Wir sind zu sechst an Board". :) Ich zitiere meinen Vater mit "Ooooooooooh". 
Ich weiß nicht, wem von euch der Begriff "walk of shame" bekannt ist. Den hat man, wenn man in Miami mittags um 12 in Abendgaderobe und zerzausten Haaren durch die Hotellobby läuft und alle wissen, dass man wo anders übernachtet hat. Wir haben daher für die Regatta "Dinghy of shame" als Begriff eingeführt - it's a thing, patent pending - und man konnte jeden Morgen beobachten, wer von welchem Boot zu welchem gefahren wurde. 
Als ich dann die Norwegerin nach Hause brachte meinte sie nur "best dinghy of shame ever". Ich möchte betonen, dass ich nur der Dinghy Captain war. Daher habe auch nicht ich die High Five von ihrem Vater bekommen, als wir die Tochter morgens zurückbrachten sondern mein Crewmitglied. So cool möchte ich eines Tages auch als Vater sein. Ich habe nur blaue Flecken von ihm bekommen, was aber wieder eine andere Geschichte ist. 
Königin des Dinghy of shames war allerdings eine Amerikanerin mit dem Deckamen "die Wikingern". 1.90 groß, Kreuz wie ein Möbelpacker, das Gesicht kantig wie ein Quadrat und gemachte Brüste. Damit war sie eine gemachte Frau. Zumindest seit dem Tag, an dem sie oben ohne tanzend auf dem Katamaran durch alle ankernden Boote gefahren ist. Seitdem habe ich sie jeden morgen gesehen, wie sie nach Hause gebracht wurde. Bis auf die Brüste stelle ich mir Brunhilde aus dem Nibelungenlied genau so vor.
Ihre Popularität mag auch darauf beruht haben, dass sie ein Fan von Frank's Friday war. Man könnte auch sagen "zeig mir deins und ich zeig dir meins". Damit hat sie Teile meiner Crew nachhaltig verstört. Die hatten mit viel gerechnet, aber nicht damit. Es gab auch durchaus Frauen, die verwundert waren, wie mich mein Vater zu so etwas mitnehmen kann. Die wissen halt nicht, wie cool mein Vater ist. 

Kommen wir aber wieder zu den Norwegerinnen. Es bleib ja die Frage, wieso eine bei uns übernachtet hat. Es begann alles mit Mardi Gras…
Lucas, das alte Wingmangeschwader, hat seine Deutschlandketten unbewacht am Tisch liegen lassen. Ich wiederhole noch einmal: Bei einer Mardi Gras Party hat er seine Ketten unbewacht liegen lassen. Darauf hin waren sie - spoiler alert - weg. Kurz danach hatte aber ein großer Teil der norwegischen Crew Deutschlandketten um den Hals… so hatte Lucas das sicher geplant. Danach kam dann diejenige, mit der ich mich "über Debby" unterhalte habe, vorbei, wir diskutierten das aus… sie lernte den Rest der Crew kennen und es wurde ein guter Urlaub. :) Ich habe mich hingegen einer psychisch etwas labilen Californierin angenommen. Turner gab ihr den Spitznamen Gonzalo; vorher riesigen Wind machen und dann doch weit vorbei ziehen. Ich denke, dass es das gut zusammen fasst. Ich kann aber somit wie fast alle anderen behaupten, dass ich ganz brav war. Ich habe nachts nur Frauen durch die Gegend gefahren, die so betrunken waren, dass sie von ihrer Crew zurückgelassen wurden und nicht mal wussten wo ihr Boot ankert. Und ich habe auf Wunsch bei jeder Mottoparty einen Teil meines Kostüms verschenkt. Und was ist der Dank dafür? Zitat: "Ich habe noch nie eine so durchgeschwitzte Augenklappe bekommen". Ich hatte sie weder angeboten, noch halte ich es für ungewöhnlich, dass nach 3 Stunden "Pirates party harrrrrd" bei weit über 20 Grad die Augenklappe auf meinem Kopf etwas verschwitzt war. Immerhin meinte aber genau dieses Mädel, dass Turner und ich ihr "dream come true" seien, was das Tanzen angeht. Sie hätte keine bessere Party als diese gehabt. Eigenlob stinkt zwar… aber ich hatte noch eine kaputten Zeh, ansonsten hätte wir ja mal richtig losgelegt. :)
Den kaputten Zeh habe ich mir bei meiner Lieblingsparty (tacky tourist) geholt, als ich von dem Pool auf die Tanzfläche stürmen wollte, weil DMX lief. Dabei habe ich die Steintreppe voll mitgenommen, was mein Zeh nicht so cool fand. Der ein oder andere munkelt, dass Alkohol im Spiel war. Da aber sonst niemand in dem Augenblick anwesend war, kann es nicht bewiesen werden. Dass ich mein "University of La Paz Lapa Drinking Team" Shirt anhatte, ist allenfalls ein Indiz. Auf der Party soll sich übrigens auch der Sohn von Richard Branson rumgetrieben haben, dem die Nachbarinsel gehörte. Er sah Sam Branson sehr ähnlich, aber das nur als Randnotiz. 

Was Frauen angeht könnte ich noch Geschichten erzählen
- von Chelsea, die Dublin genannt wurde, 
- von Halbjapanerinnen, die am nächsten Tag nicht mehr wussten, dass sie am Tag davor ihre ganze Lebensgeschichte erzählt haben und total froh waren, dass jemand die japanischen Wurzeln erkennt (eigentlich nur erinnert)
- von Frauen die bei Kontakt mir einer Matratze sofort einschlafen
- von Amerikanerinnen die alle Deutschen lieben
- von Mädels die sich sicher sind, dass ihr Boot nur mit einem Boot flosst (zusammen ankert) obwohl es mit einem Boot und einem Katamaran geflosst hat (dadurch etwas schwerer zu finden im Dunkeln und ohne Taschenlampe)
- von Frauen die nach dem Dinghy of shame den Kerl erst mal den Eltern vorstellen
- von Frauen die noch schlechter Karaoke singen als ich, dabei aber 30 Minuten neben dem DJ stehen bleiben... nachdem er das Mikrofon schon ausgestellt hat
usw…. aber das hätte ja alles nichts mit diesem Urlaub zu tun

Vielleicht sollte ich was zu Ingenieuren auf See sagen. Wir haben es geschafft, dass wir jeden Abend die Techniker rufen mussten, weil irgendetwas nicht ging, was wir nicht reparieren konnten. Mit Marcs Worten waren wir die schlechteste Crew, von der sie je gehört hatten... aber sie hatten von uns gehört! Als Ingenieure konnten wir auch nicht ahnen, dass es beim Segeln windig werden kann, weshalb eine Kappe verloren ging. Na gut... eigentlich hat sie unser Steuerberater verloren. Der hatte nicht damit gerechnet. (Wortwitz!) Er hat aber auch nichts daraus gelernt, sonder gleich noch eine zweite verloren. Außerdem haben wir noch zwei Taschenlampen verloren und einen Dinghymotor. 
Genau genommen habe ich den Dinghymotor mit meiner unglaublichen Kraft zerstört, weil ich beim Anlassen die Leine vom Anlasser zerrissen haben. Hulkmode. Meine Strafe dafür war, dass ich 30 Minuten mit nur einem Paddel durch die Bucht zu meinem Schiff zurückpaddeln musste... in der brennenden Sonnen und ohne Sonnenschutz. Wie gefährlich so ein Dinghy sein kann musste auch Lucas feststellen, als er sich zwei blaue Flecken holte. Glaubt mir... es ist schwer, ein schwankendes Boot zu betreten, wenn man schon an Land wankt. 
Aber zum Glück gibt es überall in den BVI Painkiller; der offizielle Cocktail der Inselgruppe. Er schmeckt sehr gut, klebt aber leider etwas an den Füßen, wenn man ihn drüber kippt. Woher ich das weiß? Wir haben es getestet. 

Zum Schluss dann vielleicht noch ein paar Worte zur Siegerehrung. Wir hatten uns jede Menge Gemeinheiten ausgedacht, um unseren Sieg zu feiern. Wir hätten uns z.B. inspiriert vom Football vorne hinstellen und schreien können: "Who passend us? Who passed us? NOBODY!" Das haben wir an Board sehr gerne gemacht. Oder wir hätten noch an der Ökochallenge teilnehmen können, um dann zu sagen, dass wir alleine mit unseren Proseccoflaschen für die Siege mehr Glas recycelt haben, als alle anderen. Aber wir haben uns dann aus naheliegenden Gründen dagegen entschieden. Bestraft wurde ich trotzdem. Es ist Tradition, dass der Skipper des Siegerteams im Pool landet. Daher hat mir mein Vater sein iPhone gegeben. Als ich ihm aus dem Pool helfen wollte, kam dann aber jemand auf die Idee mich auch rein zu schmeißen... mit beiden iPhones in der Tasche. Die wollen nun beide nicht mehr gehen.




An dem Abend haben wir dann auch noch den norwegischen Skipper/Pimp in den Pool geschmissen. Dafür brauchten wir 5 Mann... und er hat sich mit einer Pranke so an meinem Arm festgehalten, dass ich davon tatsächlich blaue Flecken bekommen habe. Gewaltige Kräfte die da am Werk waren.
Das uns aber nicht wirklich böse war merkte man am nächsten Tag, an dem uns die Norweger ihren "Restalkohol" übergaben, weil wir einen Tag länger geblieben sind. Alleine von diesem Restalkohol hätte man eine ganze Bar ausstatten können. Flasche Gin, Flasche Rum und noch 2-3 Flaschen Vodka. Dazu dann noch mehrere Softdrinks zum Mischen. Für den Apfelsaft wurde uns Whisky empfohlen, worauf Marc fragte, wo denn der Whisky sei... daraufhin hatten wir auch noch eine Flasche Whisky. 

Ansonsten bleibt noch zu erzählen, dass ich auf der Siegesfeier eingeschlafen bin und Turner "Kekschallenge" rief, um mich danach mit einem Keks zu bewerfen... was nicht viel brachte. Mein Vater schlug dann eine Bierdosenchallenge vor. Tough love. Außerdem haben wir jemanden getroffen, der seit Jaaaahren Hawaiihemden sammelt. Er hat schon 4! Und Marc musste noch feststellen, dass, wenn man einen kleinen Kaffee bei Starbucks will, man nicht die Größen "grande" und "tall" ablehnen sollte. "Venti" mag klein klingen, ist es aber nicht. 

Nach der Regatta sind wir dann noch mal nach Florida geflogen, um mit zwei Camaro Cabrios die Everglades und Cape Canaveral zu erkunden. Geile Karren. 
Das Casio im Indianerressort in den Everglades war hingegen richtig schlecht. Nur Slotmachines... kein Blackjack und kein Roulette. Daher haben wir im Casino-Hotel nur Airhockey gespielt. 
Mit dem Lucas haben ich dann noch ein paar Tage gesurft, einen Raketenstart gesehen und die Universal Studios in Orlando besucht. 

Damit bleibt nur noch die Frage, was ich getrunken habe, nachdem es keine Painkiller mehr gab. Natürlich Cuba Libre. Problem ist nur, dass der in Florida wohl nicht sehr bekannt ist. Ich ernte zumindest viele fragenden Blicke. Und Jewels (nein, kein Stripclub, normale Bar) fragte mich, ob ich Rum and Coke meine. Ich also "Rum and Coke and a hint of lime". Den Rest des Abends musste ich mir Witze gefallen lassen, dass Cuba Libre ein sehr außergewöhnlicher Name für Rum und Cola sei... und natürlich hat sie die Limette vergessen. Das passt irgendwie auch in den neuen Blog.

Damit habe ich einen großen Teil meiner Liste abgehakt. Ansonsten wollte ich noch schreiben,
- dass wir zwei Bars leergesoffen haben (genau genommen haben wir ein Getränk so lange bestellt, bis es nicht mehr vorrätig war)
- dass mein Vater meinte "von 100 Dollar kann man die Woche gut Leben, von 150 wie ein König"... und wir 200 ausgegeben haben. Obwohl es nur Sandwiches gab. Wo das Geld bloß hin(geflossen) ist?
- dass wir ein einziges Mal im Dinghy am Strand anlanden wollten und ein einziges mal komplett durchnässt zur Party erschienen sind
- dass Norweger (die Arschlochcrew) unser Dinghy klauen wollten. Ihre Begründung: "Unseres wurde geklaut"
- dass "but first let's take a selfie" wohl der meistgebrauchte Satz der Reise war (öfters als Prost, Cheers, Skol...)
- ich eimal angeblich und einmal wirklich über eine Boje gefahren bin... nachts ist es halt dunkler als draußen
- dass DIE 50er KOMMEN. Jetzt im ernst. Schaut einer? Die 50er kommen. Wir sollten etwas machen! (Insider... die 50er sind eine andere Rennklasse gewesen.)