verweile doch du bist so schön,
dann magst du mich in Fesseln schlagen,
dann will ich gern zu Grunde gehen"
Das Känguru in der Känguru Offenbarung
Ich habe seit meiner ersten Studienarbeit keinen Text mehr mit einem Zitat begonnen, aber nun schien es mir mal wieder angebracht. Auf den ersten Blick hat dieses Zitat zwar wenig mit dem Titel des Posts zu tun, aber es passt perfekt. Nach genau zwei Jahren als Assi vom Dienst bin ich seit dem 01.06.2014 meinen Arbeitsplatz los... ich bin wieder frei!
Wenn sich wer fragt, ob ich über den Verlust dieses Arbeitsplatzes traurig bin, so möchte ich noch einmal auf das Eingangszitat verweisen. Für den Titel habe ich dann aber doch auf ein Lied von Marius Müller-Westernhagen zurückgegriffen, obwohl das nicht mal mein inoffiziell offizielles Abschiedslied für Lohr ist. "Ascheregen" hätte dann aber doch ein wenig negativ für einen so fröhlichen Post geklungen. Hier also der Link zum inoffiziell offiziellen Abschiedslied für Lohr: Link.
Nun ist es sicher nicht fair, Lohr vorzuwerfen, dass ich nicht willkommen gewesen sei. Ich bin einfach nur nie in der "Stadt" angekommen. Dabei waren die letzten Wochen noch mal wirklich schön. Ich glaube ich habe noch nie so viel in Lohr und Umgebung unternommen wie seit dem Zeitpunkt, seit dem ich wusste, dass ich wegkomme. Die menschliche Psyche... ich schiebe es mal auf die Leute, mit denen ich die letzten Wochen verbracht habe und sage noch mal herzlichen Dank. Ich hoffe jeder weiß, ob er sich davon angesprochen fühlen muss. (Und ich hoffe das Foto ist unscharf genug, dass niemand der Vertretenen erkannt wird. Das Gibson ist am Sonntagmorgen aber auch wirklich leer.)
Wie feiert man nun also den Abschied aus Lohr? Ich dachte an schöne Frauen und günstigen Alkohol... also ab nach Oslo! Die Frauen sind natürlich nicht so schön, aber der Alkohol dafür sehr günstig...
Im Ernst: Ich habe das verlängerte Wochenende in Oslo verbracht und *schleim* die schönen Frauen mitgebracht bzw. schon gekannt. Alkohol habe ich auch noch mitgenommen, im Prinzip hätte ich Oslo also gar nicht mehr gebraucht.
Zum Glück hat die Stadt aber auch ein wenig mehr zu bieten, als das. Wir hatten 4 Tage perfektes Wetter - bzw. ich nur 3 Tage aber dazu später mehr - und haben daher die meisten Zeit im Freien verbracht, vor allem in der Paradise Cove. Der Pole (wie immer gilt keine Namen) bezeichnete Paradise Cove als "almost a beach". Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es wirklich ein - wenn auch etwas grober - Sandstrand war. Idyllisch gelegen direkt am Fjord von Oslo mit Blick auf die Unternehmenszentrale von Statoil und die wunderschöne Natur.
Draußen brannte die Sonne so sehr, dass ich mir sogar einen Sonnenbrand geholt habe. Da kam das Wasser als Abkühlung gerade recht. Es war zwar zugegebener Maßen etwa 3cm kalt, aber wenn man es mal rein geschafft hat, war es wunderbar... bis zu dem Punkt, an dem man das Gefühl in den Füßen verloren hat. Vielleicht war es doch kein Sonnen- sondern eher Gefrierbrand, den ich bekommen habe?
Was den Strand aber noch perfekter gemacht hat, ist, dass es in Norwegen anscheinend nur eine Sache gibt, die billig ist: Einweggrills. Die sind dort tatsächlich günstiger als bei uns. Könnt ihr euch das Bild vorstellen: "Sandstrand", Abendsonne, Blick auf den Fjord und eine Grillwurst in der Hand. Ein Traum... und das ganz ohne Alkohol. Ein Cuba Libre in der anderen Hand hätte das Bild vervollständigt aber für die Zukunft dann auch unerreichbar gemacht. War also gut so. Ich erspare euch jetzt das Foto von mir mit dem Einweggrill... es lesen auch Kinder mit.
Wo ich aber schon bei Preisen war. Meine Gastgeberin hat für die 4 (oder für mich 3) Tage ein Tabuwort ausgerufen: "Teuer". Für jede Nennung des Wortes musste man einen Euro Zahlen. Das Spiel habe ich mal locker flockig mit 5 Euro Vorsprung gewonnen. Wer am meisten zahlt hat doch gewonnen, oder? Es war aber auch hart, weil man selbst dann zahlen musste, wenn man gesagt hat "ist gar nicht teuer"... oder wenn man dann gefragt hat "habe ich gerade teuer gesagt?".
Wobei der Urlaub an sich war gar nicht teuer. Essen vom Einweggrill, Wasser aus der Leitung und geschlafen auf einer deflatable Luftmatratze. Also man konnte sie auch aufblasen, aber sie lies die Luft dann von selbst wieder ab. Ich bin morgens immer wach geworden, wenn mein Steiß den Boden erreicht hatte. Der Blick aus der Wohnung über die Dächer von Oslo hat dann aber jeden Morgen für alles entschädigt.
Das sonstige Rahmenprogramm umfasste Fußmärsche durch die Stadt (ich wollte ja den Touribus... aber nein...), mexikanisches Essen, Dösen am Pier und die Oper. Als halber Techniker musste ich mich natürlich davon überzeugen, ob die Rexroth-Bühnentechnik dort gut funktioniert. Ich weiß es jetzt aber immer noch nicht, weil sie für den fliegenden Holländer eigentlich nur den Vorhang und eine rotierende Scheibe benutzt haben. Aber die liefen super!
Ich hatte ja gehofft, dass sie die Bühne schräg stellen, damit Senta von den Klippen springen kann, aber die Norweger machen das etwas profaner... da erschießt sie sich einfach. Opernkenner wissen was ich meine... ich weiß eigentlich selbst nicht wovon ich rede... aber ich weiß jetzt immerhin, dass ich selbst Opern, die auf Deutsch gesungen werde, nicht zwingend verstehe. Also ich meine vom Text, inhaltlich ist so eine Oper ja sehr überschaubar.
Bleibt die Frage, warum ich einen Tag weniger hatte, als die anderen? Das lag daran, dass ich am letzten Tag nicht einmal wach wurde, als mein Steiß den Boden erreichte. Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal bis 14:00 Uhr geschlafen haben? Und selbst dann konnte ich den Tag nicht mit dem Rest genießen, da mir irgendwie nicht nach essen war... oder trinken... oder aufstehen. Ich habe es am Abend davor tatsächlich geschafft, von einem skandinavischen (!!!) Club abgewiesen worden zu sein, weil ich zu... sage wir mal "fröhlich"... wirkte. Ich war natürlich überhaupt nicht "fröhlich". Das ist mir auch noch nicht passiert und ist definitiv keine gute Entwicklung. Aber wie sagte schon mein Pechkeks: Es kann leider auch vorwärts abwärts gehen!

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