Samstag, 9. Februar 2013

Ice ice baby...

... ist nicht nur eines der großartigsten Lieder aller Zeiten, welches sowohl das Vorurteil bestätigt hat, dass Weiße nicht rappen können als auch, dass Sie nicht tanzen können, nein, es ist auch das Motto dieses Wochenendes. Dieser Freitag hat mir mal wieder gezeigt, dass man aus Erfahrung nicht klug werden muss, wenn man nur dumm genug ist.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, bei Schnee nicht mehr durch den Spessart zu fahren. Denn obgleich man denke würde, dass die Jungs sich dort mit Schnee auskennen; sie tun es nicht. Und obwohl sie sich nicht damit auskennen, kommt auch keiner auf die Idee, ihn wegzuräumen. Trotzdem hatte ich am Freitag irgendwie das Bedürfnis, Lohr zu verlassen und da die Straßen um Lohr geräumt waren, dachte ich auch, dass es kein Thema ist... bis ich am Ende einer langgezogenen Kurve zwei Autos mit Warnblinklicht gesehen habe. Ich bremse also... nur mein Auto leider nicht. Also schnell rechts rüber in den Schnee gezogen und kurz entspannt.
Daraufhin kommt ein Mädel angedackelt, die mir sagt, dass es glatt ist und dass sie deswegen stehen geblieben sind. Mitten auf der Straße? Hinter einer Kurve? Genial! Und das ist jetzt kein Spaß... sie standen parallel zu einer ausgewiesenen Parkbucht.
Ich bin dann also mit 10 km/h durch den eisigen Spessart gekrochen. Vorbei an LKWs (Gegenfahrbahn... irgendwie wollten alle nach Lohr und nicht ich davon weg), die die Steigung nicht mehr schafften und Leuten, die wegen des Staus auf der einen Fahrbahn auf meiner Schlittschuh gelaufen sind. Auch hier kein Spaß... während ich halb im Straßengraben gefahren bin, damit ich überhaupt Grip hatte, rutscht der vor mir zu Fuß auf der Fahrbahn rum. Bei einem Unfall hätte ich kategorisch jede Schuld von mir abgewiesen. Um das ganze noch ein wenig zu erschweren, wollten viele die LKWs dann auf meiner Spur überholen. Ihnen war wahrscheinlich bewusst, dass ich bergab nicht gut bremsen konnte. Daher sind sie auch mit Lichthupe auf meiner Spur auf mich zugefahren. Da musste ich unweigerlich an den alten Mantawitz denken: Steht ein Mantafahrer vor einem Baum und sagt "ich hab' doch gehupt, ey!".
Besser wurde es erst, als es wieder ein wenig Richtung Zivilisation ging. Dort wurden die Franken dann aber wohl schnell übermütig. Ein Auto lag auf dem Dach im Straßengraben und an einer anderen Stelle stand so viel Polizei und Feuerwehr, dass man gar nicht sehen konnte, was dort passiert ist. Aber mit meinem All-terrain-Mini ging alles gut. Und ich schreibe es mir jetzt noch mal auf: Bei Schnee nicht durch den Spessart fahren!

Und wofür macht man das alles? Um das Wochenende in Frankfurt verbringen zu können. Schönen Stadt, nette Leute... einfach zum wohlfühlen. Ooooooder betrunkene Assos, die sich in die Hand kotzen, aus der Straßenbahn torkeln und es dann an meinem Mantel abwischen. Die Frage ist, was macht man da? Will man sich mit einem prügeln, der sich gerade in die Hände gekotzt hat? Hmmmm nein. Will man mit jemanden diskutieren, der so aussieht, als ob er dich ankotzt (hier können beiden Bedeutungen des Wortes genutzt werden)? Auch nicht. Da ich eh gerade auf dem Weg zu Reinigung war, habe ich den Mantel einfach direkt abgegeben.

Kommen wir doch zu angenehmeren Themen. Ich denke es ist bekannt, dass ich nicht der größte Karneval-Fastnacht-was-auch-immer-Fan bin. Ich würde auch niemals grundlos Lohr über den grünen Klee loben... aber Weiberfastnacht in Lohr ist wirklich eine Reise wert. Bäschde Nacht in Lohr ever! Lohr trägt anscheinend eine Frauen-Gruppen-Kostümwettbewerb aus und die Damen nehmen das sehr ernst. Wirklich alle sind verkleidet und das auch nicht nur mit einem 10-Euro-Kostüm aus von Woolworth sondern wirklich kreativ. Mein persönlicher Favorit war die Waschbärengruppe. Ich habe aber keine Ahnung, wie der Wettbewerb ausgegangen ist, weil die Verkündung an der freien Luft statt fand und mir das doch etwas zu frisch war. Eigentlich wusste ich nur gar nicht, wo das vor sich geht. Wie auch immer. Die Stadt war rappelvoll und in allen 4 Kneipen war richtig gute Stimmung. Gut, die Musik hat immer mal wieder ausgesetzt und es war alles arg improvisiert, aber man kann den Lohrern keinen Vorwurf machen, dass sie nicht alles versucht haben. Ehe ihr fragt: Ich war als Assistent verkleidet, der seine Krawatte noch schnell ausgezogen hat. Da muss man erst mal drauf kommen! Vielleicht könnte ich mir aber nächstes Jahr wirklich Mühe geben, da ich den Abend deutlich lustiger als die Festwoche fand. Nächstes mal sollte ich den Freitag dann vielleicht auch frei nehmen.

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